Zentrum für verfolgte Künste Solingen

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Zentrum für verfolgte Künste
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42653 Solingen

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Tel. 02 12 – 2 58 14 0

Installation: ZONE, ab November 2021

Die Grüne Linie in Nikosia, Zypern. Creative Commons: Julian Nyca
Die Grüne Linie in Nikosia, Zypern. Creative Commons: Julian Nyca

Der Künstler Manaf Halbouni zeigt ab November 2021 im Zentrum für verfolgte Künste seine das gesamte Museumsgebäude umfassenden Installation ZONE – eine kritische Reflexion unserer Gegenwart, die historische Motive der Dauerausstellung ebenso aufgreift, wie sie für die Besucherinnen eine akute und reale Einschränkung bedeutet. Halbouni, der zuletzt mit seiner Teilnahme an Bon Voyage: Reisen in der Kunst der Gegenwart im Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen dem Themenjahr Alles in Bewegung gewissermaßen vorgriff, erörtert auch in ZONE Fragen der (Bewegungs-)Freiheit und deren realen und körperlosen Grenzen. ZONE entsteht in Kooperation mit dem Museum Wilhelm Morgner und dem Kulturparlament Soest. Im Zentrum von ZONE teilen Ölfässer das Museum unüberwindbar entzwei, Betrachterinnen sind gezwungen, beide Teile der Ausstellung über verschiedene Zugänge zu besuchen. Hintergrund dieser Installation ist die sogenannte Green Line, die im Rahmen eines Waffenstillstandsabkommens Zypern seit 1974 teilt: eine Demarkationslinie unter der Verwaltung von UN-Friedenstruppen. Sie ist in weiten Teilen der Insel bis zu sieben Kilometer breit, an ihrer schmalsten Stelle – mitten in der Hauptstadt Nikosia – sind es allerdings gerade einmal sechs Meter. Dort ist die Ledrastraße zum Symbol dieses Teilungszustandes geworden: inmitten der Altstadt Nikosias markieren hier Ölfässer und Sandsäcke markieren Sperrzonen und Grenze – spalten Straße, Stadt und Gesellschaft.

Zentrum für verfolgte Künste Solingen

Das Museum Zentrum für verfolgte Künste ist ein Institut für Menschen, deren künstlerische Entfaltung von den Diktaturen des letzten Jahrhunderts und bis in die Gegenwart hinein durch Terror und Gewalt blockiert, verhindert und vernichtet wurde. Es setzt sich auseinander mit sämtlichen Kunstformen, die die politischen und gesellschaftlichen Ereignisse seit 1914 spiegeln.

Neben Veranstaltungen vor Ort ist das Zentrum deutschlandweit und international vertreten. 2020 widmete es sich der erinnerungskulturellen Arbeit u.a. mit der Organisation und Betreuung der Ausstellung „David Olère. Überlebender des Krematoriums III“ des Deutschen Bundestages in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, in enger Kooperation u.a. mit dem Rundfunk Berlin Brandenburg und dessen Projekt „Auschwitz und ich“. 2020 wurde zudem die Online-Ausstellung „7 Places – Sieben Orte“ in Deutschland gestartet, welche in Kooperation mit der UNO (Holocaust and the United Nations Outreach Programme of the Department of Global Communications, United Nations) entstand und am 9. November 2020 unter anderem vom deutschen Außenminister Heiko Maas eröffnet wurde (www.7places.org).

In der vielfältigen Dauerausstellung vor Ort in Solingen erleben Besucherinnen und Besucher echte Entdeckungen vor allem in den Bereichen der bildenden Künste und der Literatur. Ergänzt wird diese um zahlreiche Wechselausstellungen, die den historischen Blick um gegenwärtige Perspektiven ergänzt oder Aspekte der permanenten Ausstellung vertieft und kontextualisiert.